22.1.2026 (ca)
Der Nachfrage unseres Allianzenmitglied BUND Naturschutz Kreisgruppe Augsburg bezüglich der Baumfällungen am Klinikpark (vgl. dazu nochmals die untenstehende Aktuelle Meldung vom 21.1.2026) hat nun die Augsburger Allgemeine Zeitung in ihrem heutigen Beitrag „Uniklinik muss Wasser- und Stromleitungen erneuern“ (vom 22.1.2026, Ausgabe-Nr. 17, S. 28) entsprochen, indem hier einige Informationen dazu gebündelt wurden. Dort heisst es:
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„Das staatliche Bauamt hat in den vergangenen Tagen auf einer Freifläche westlich der Uniklinik Bäume und Sträucher entfernt. Hintergrund sind Sanierungsmaßnahmen am Bestandsgebäude. Trotz der Neubaupläne für den Komplex, die frühestens in einigen Jahren angepackt werden, muss der Freistaat die Strom- und Wasserversorgung des inzwischen etwa 40 Jahre alten Großkrankenhauses sanieren, um das Gebäude betriebsfähig zu halten. Auch zur Sicherung und Verbesserung der Notstromversorgung sind Bauarbeiten nötig. Für die Bauarbeiten sind Stellflächen für Material und Container außerhalb des Krankenhauses nötig. Die Rodung sorgte für gewisses Aufsehen. Der Bund Naturschutz forderte Aufklärung vom Bauamt, da es sich um einen größeren Eingriff handelte. Die Naturschutzorganisation ist ohnehin alarmiert, nachdem der benachbarte Klinikumspark im Zuge des Neubaus komplett gerodet werden soll. Roland Wegner, Stadtrat der V-Partei3 sieht in der Rodung schon die Schaffung erster Tatsachen, noch bevor das Bebauungsplan-Verfahren durch den Augsburger Stadtrat überhaupt eingeleitet wurde. „Dieses dem Augsburger Stadtrat nicht bekannte Vorgehen erweckt den Eindruck, dass demokratische Entscheidungsprozesse gezielt unterlaufen, Argumente abgeschwächt und letztlich der Widerstand der Umweltschützer zermürbt werden sollen“, schimpft Wegner. Seitens des Bauamts weist man die Vorwürfe zurück. Die Maßnahme sei schon seit Längerem geplant gewesen und stehe in keinem direkten Zusammenhang mit den Neubauplänen. Die Sanierung sei aber nötig, um die Versorgungssicherheit der Uniklinik sicherzustellen. Die schon seit Jahren bestehende Baustellen-Einrichtungsflächen für den Neubau des neuen Intensivzentrums sei etwas vergrößert worden. „Eine umfangreiche Rodung im Bereich des Patientenparks ist für die beschriebenen Infrastrukturmaßnahmen nicht vorgesehen“, betont das Bauamt. Alle Fällungen seien mit der Naturschutzbehörde abgestimmt gewesen, es seien Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Wegner griff in einer Presseerklärung die Grünen-Fraktion im Augsburger Stadtrat an, die bereits signalisiert hatte, einem künftigen Neubau der Uniklinik auf Flächen des Parks nicht im Wege stehen zu wollen. Wegner erklärte, er sei enttäuscht, „dass ausgerechnet die Grünen unter ihrem Umweltreferenten Reiner Erben diesen ökologischen Frevel mittragen wollen“. Die Grünen hatten – wie auch die Mehrheit des Stadtrats – deutlich gemacht, dass ein zügiger Neubau wünschenswert sei. Der Freistaat favorisiert aus Zeitgründen einen Bau auf dem Klinikumspark-Areal gegenüber einem Neubau an der Neusäßer Straße. Nennenswerter Widerstand kommt aktuell vom Bund Naturschutz, wobei die Aktivitäten sich auf die Ortsgruppen Stadtbergen und Neusäß konzentrieren. Der Augsburger Ortsgruppe sitzt Grünen-Stadträtin Christine Kamm vor. Kamm sagte, aus Sicht des Augsburger Bund Naturschutz sei ein Erhalt von möglichst vielen Bäumen anzustreben. Man werde im Zuge des Bebauungsplan-Verfahrens aber nicht nur auf die Bäume im Klinikumspark schauen müssen. Es sei auch zu berücksichtigen, wie viele Bäume bei einem Neubau im Osten fallen müssten. Eine sinnvolle Abwägung sei aber erst möglich, wenn Unterlagen auf dem Tisch liegen.“