9.3.2026 (ca)
Am vergangenen Freitag (6.3.2026) fand bei wunderbarem Vorfrühlingswetter das ebenso erfreuliche Symposium unserer Allianzen-Mitglieder BUND Naturschutz Kreis- und Ortsgruppe Augsburg und in Zusammenarbeit mit dem städtischen Amt für Grünordnung u.a. (AGNF) statt (vgl. dazu nochmals unsere Ankündigung mit Programm in der untenstehende Aktuelle Meldung vom 23.2.2026). Die Veranstaltung war sehr gut besucht und bot ein reichhaltiges Themen-Portefeuille. Grußworte und Einstimmungen in die Themen boten zunächst Christine Kamm (Vorständin BN Ortsgruppe Augsburg), Reiner Erben (Umweltreferent der Stadt Augsburg) und Anette Vedder (Amtsleiterin AGNF). Anschließend moderierte Johannes Enzler (Vorstandsmitglied BN Kreisgruppe Augsburg) die Fachvorträge:
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Im Themenbereich „Revitalisierung von Fließgewässern“ berichtete Alexander Herz, Projektmanager von der Stadtforstverwaltung, über den Stand und die weitere Vorgehensweise beim EU-geförderten „LIFE-Projekt Stadtwaldbäche”, bei dem es um die ökologische Aufwertung des Stadtwaldbachsystems und der angrenzenden Lebensräume, sprich Auwälder, geht. Zentral ist hierbei die Lech-Anbindung der Stadtwaldbäche. Tatjana Bodmer, Projektleiterin beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, berichtete anschließend über die Renaturierung des Lechs, dabei im Besonderen über die Projektierung „Licca liber“ im ersten Abschnitt, d.h. von der Lechstaustufe 23 bei Königsbrunn bis zum Augsburger Hochablass. Dabei wird es vorrangig um die Stabilisierung der Flusssohle, den Hochwasserschutz und auch -rückhalt, die Flussökologie und den Naherholungswert für die Bevölkerung gehen. Aktuell erfolgen die Ausführungsplanungen, die bauliche Umsetzung wird auf rund 20 Jahre taxiert. Ein weiteres interessantes Wasserthema bot die Landschaftsökologin Cornelia Siuda in ihrem Vortrag zum „Lechhauser Moos“, einem einst von nacheiszeitlichen Fließgewässern geschaffenen Niedermoor im Nordosten von Augsburg, aber heute kaum mehr erkennbar. Durch Wiedervernässung und Nutzungsänderung des Moorkörpers könnten zumindest lokal eine CO2-Senkenwirkung und eine moorgerechte Artenvielfalt reaktiviert werden.
In eine ähnliche Richtung gingen die Folgevorträge: Norbert Grenzebach, ein bekannter Demeter-Landwirt aus Hochstadt bei München, berichtete mit großem Verve aus der unmittelbaren Praxis über „Artenreiches Grünland durch Rinderbeweidung“, wobei es um Flächenvernetzung und Samenübertragung durch Weidetieren geht, um eine synergetische Artenviefalt zu erreichen. Christine Kamm warb für eine Flächenentsiegelung im Stadtgebiet durch nachbarschaftliches Engagement mittels „Wettbewerb Abpflastern“, der auf erfolgreiche Vorbilder bereits in anderen Städten rekurriert (z.B. Hamburg) und auf lebenswerte Stadtquartiere, Klima und Artenschutz abzielt. Entsprechende Beispiele für Entsiegelung öffentlicher Flächen mit klimaresilienter Umgestaltung zeigte im weiteren Birgitt Kopp vom AGNF auf, insbesondere die beiden baumbesäumten Klimaoasen im Stadtgebiet, die im Rahmen des Förderprojekts „Smartes Stadtgrün für ein klimaresilientes Augsburg (SMSA)“ aktuell geplant und bald geschaffen werden. Auf eine ganz besondere Oase ging abschließend und sehr leidenschaftlich Dr. Peter Roth (Vorstand BN Kreisgruppe Augsburg) ein in seinem Vortrag „Projekt Wiesenfreu(n)de – eine Grünfläche im Univiertel lebt auf”, der insbesondere auch aufzeigte, dass Eigenverantwortung und Miteinander essenzielle Grundlagen für positive Veränderungen in unserer Um- bzw. Mitwelt sind.
Fazit: Eine reichhaltige und informative Veranstaltung, allen Beteiligten herzlichen Dank!
Bilder: Impressionen vom „4. Symposium Natur in der Stadt – Lebensräume vom Menschen geschaffen“
Weitere Informationen und Bildimpressionen finden sich in den Sozialen Medien unseres Allianzen-Mitglieds Freundeskreis NUK-Team Augsburg unter: www.facebook.com/nukaux