16.3.2026 (ca)
Naturschutz und Landschaftspflege sind eng miteinander verknüpft und verfolgen das gemeinsame Ziel, die biologische Vielfalt, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts sowie die Schönheit und Eigenart von Natur und Landschaft dauerhaft zu sichern. Wenn beides dann auch noch mit Brauchtum und Tradition verknüpft ist, gereicht es zu der großen Ehre, zum Weltkulturerbe ernannt zu werden. Genau so verhält es sich bei der Alpwirtschaft in Bad Hindelang: Die Marktgemeinde im Allgäu wurde bereits im Jahr 2016 für ihre Bemühungen um sanften Tourismus, nachhaltigen Naturschutz und regionale Vermarktung durch die Deutsche UNESCO-Kommission gewürdigt und in das bundesweite Verzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ aufgenommen, dabei hervorgehoben als „Beispiel Guter Praxis der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“. Das Expertenkomitee hob das „Ökomodell Hindelang“ als wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der hochalpinen Allgäuer Alpwirtschaftskultur hervor.
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Derzeit engagiert sich die Marktgemeinde zusammen mit anderen Akteuren dafür, dass die Alpwirtschaft des gesamten Alpenraums als immaterielles Kulturerbe von der UNESCO anerkannt wird. Vor diesem Hintergrund wurde die vergriffene Publikation „Kulturerbe Alpwirtschaft“ aus dem Jahr 2014 in vollständig überarbeiteter und stark erweiterter Form neu herausgebracht, so dass ein völlig neues Buch mit dem Titel „Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang – Immaterielles Kulturerbe in Deutschland“ entstanden ist. Drei Jahre arbeiteten 22 Autorinnen und Autoren an dem Band, darunter Experten aus Frankreich, der Schweiz und Österreich. Entstanden ist ein Werk mit 256 Seiten und 230 Fotografien, die – getragen vom täglichen Einsatz der Älplerfamilien und Bergbauern – alle 46 anerkannten Alpen der Marktgemeinde auflistet. Das Themenspektrum des Buches reicht von der Geschichte der Alpwirtschaft über das Allgäuer Braunvieh, den Bau am Berg und die Direktvermarktung, bis hin zu Fragen der Klimaerwärmung und der Rückkehr des Wolfs. Es beleuchtet das religiöse Brauchtum ebenso wie das benannte „Ökomodell Hindelang“, das seit Jahrzehnten Maßstäbe für nachhaltiges Wirtschaften setzt und zeigt, wie eng Naturschutz, Tourismus und Landwirtschaft miteinander verwoben sind. Die Bedeutung des Buches wird auch dadurch unterstrichen, dass der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder ein Vorwort beigesteuert hat. Darüber hinaus kommen im Buch weitere renommierte Personen zu Wort. Dies sind neben Michaela Kaniber, Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, der als „Alpenpapst“ bekannt gewordene Prof. Dr. Werner Bätzing, der als der bedeutendste Alpenforscher in Europa gilt, sowie Alfred Ringler, der im Jahr 2024 für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Alpenpreis durch die CIPRA ausgezeichnet wurde. Ferner einige der renommiertesten Wissenschaftler und Fachleute zum Thema Alm- und Alpwirtschaft, nicht zuletzt Staatsminister a.D. Josef Miller und auch Dr. Michael Honisch zur Allgäuer Geschichte der Alpwirtschaft. Zudem bereichern Gastbeiträge zur Alpsaison in der Schweiz, zur Transhumanz im Ötztal mit Sulden und zur Alpwirtschaft in der Chartreuse in Frankreich weitere Kapitel dieses Buches. Besonders hervorzuheben ist das eindrucksvolle und reichhaltige Bildmaterial von Wolfgang B. Kleinert, welches das neue Buch auch wieder zu einem besonderen Hingucker macht!
Die Daten zum Buch: Marktgemeinde Bad Hindelang (Hrsg.), „Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang – Immaterielles Kulturerbe in Deutschland“, Format 23,6 x 23,7 cm, 256 Seiten, 230 Fotografien, ISBN 978-3-946917-47-2, Context Verlag Augsburg / Nürnberg, 2026, Preis 29,90 €. Weitere Informationen zum Buch mit Leseprobe unter:
https://www.context-mv.de/buecher-sachbuecher/items/hochalpine-allgaeuer-alpwirtschaftskultur-in-bad-hindelang.html
Eine Buchpräsentation erfolgte unlängst (3.3.2026) in Form eines Festaktes im Kurhaus von Bad Hindelang. Bildimpressionen dazu und weitere Informationen finden sich in den Sozialen Medien unseres Allianzen-Mitglieds Freundeskreis NUK-Team Augsburg unter:
www.facebook.com/nukaux